Interview mit Frank Fröhlich und Stephan Stöcklein, Piloten in der Doppelsitzer-Klasse mit ihrer ASG32Mi (D- KSFF), Wettbewerbskennzeichen 63, vom 11. Juli 2019.

Frank und Stephan flogen auf Platz 3 des zweiten Wertungstages der Doppelsitzer.

Ihre Wertung findet ihr hier.

 

Wie war euer Flug heute allgemein? Seid ihr zufrieden? 

Frank: Ja, sehr. Wir haben aber zu erst Bedenken gehabt beim Abflug, ob das Wetter überhaupt mitspielt. Weil eine Aufzugsbewölkung von Westen herkam. Wir wussten, dass es im Osten frei ist. Und ob man da noch thermischen Anschluss kriegt nach dem Abflug, war erstmal fragwürdig. Das Problem hatte sich nach dem Motorabstellen direkt erledigt, da man gut steigen konnte und wir dann zur Abfluglinie Tangermünde vorfliegen konnten. Dann haben wir nicht lange gewartet vorm Abflug. Die Abfluglinie wurde freigegeben und wir sind circa 10 Minuten nach Abflugfreigabe gleich los geflogen.

Stephan: Die Entscheidung war sehr gut, dass Frank ziemlich bald abgeflogen ist. Und somit haben wir ein gutes Wetterfenster gehabt und sehr gute Linien.

Habt ihr negative oder positive Überraschungen während des Fluges erlebt?

Frank: Manche Mitbewerber konnten sich nicht so richtig an die Kreisflugregeln halten. Sodass sie die anderen Mitbewerber geschnitten haben. Dass war unnötig, dass da so eng gegeneinander geflogen wurde.

Stephan: Positiv ist, was wir heute morgen nicht gedacht haben, dass das Wetter so gut wird und dass wir zum Schluss auch sehr gute Linien gehabt haben, gute Wolkenstrassen. Nach der letzte Wende haben wir noch einmal gekurbelt  und sind dann 90 km geradeaus nach Hause geflogen.

Welche Entscheidung war die erfolgreichste während des Fluges?

Stephan: Die Entscheidung, dass wir nur in guten Steigwerten eingekreist haben. Nur bei drei Meter Steigen zum Schluss, und natürlich auch vom Frank her die Linien die er geflogen ist, dass wir halt nicht zu tief runtergeflogen sind wie manche. Die haben sich dann schwer getan. Frank hat dann auch bis zum Schluss ziemlich an der Basis  geflogen und wir hatten die Linie ziemlich perfekt.

Welche Entscheidungen waren am schwierigsten zu treffen?

Frank: Der Abflug

Trefft ihr als Team eines Doppelsitzer-Flugzeugs gemeinsam Entscheidungen oder trifft der Pilot, der fliegt, die Entscheidungen?

Frank: Immer als Team. Auch die Linien werden besprochen.

Stephan: Aber der [verantwortliche] Pilot entscheidet schon. Das muss man schon sagen. Da hatte er [Frank] bei uns jetzt mehr Erfahrung, ich habe da nicht soviel Erfahrung im Wettbewerb. Aber es funktioniert gut.

Ist es die erste deutsche Meisterschaft für Dich?

Stephan: Ja, genau.

Gibt es noch etwas, das ihr ergänzen möchtet?

Stephan: Was ich gut finde, dass man trotz des schwierigen Wetters gute Entscheidungen zum Fliegen getroffen hat, z.B. gestern nochmal so spät zu starten, das haben sie [die Wettbewerbsleitung] gut gemacht. Das habe ich anfangs nicht gedacht, dass wir wirklich fliegen.

Vielen Dank, Stephan und Frank für dieses Interview!

Das Interview wurde durchgeführt von Evgenia Alexeeva.